Kasse 2020 - die Fiskalisierung in Deutschland zum 01.01.2020

Kasse 2020

Kasse 2020 - die Fiskalisierung in Deutschland zum 01.01.2020

Die neuen Fiskalvorgaben für Kassensysteme in Deutschland zum 01.01.2020

Ein Kommentar der QUAD GmbH - Stand November 2019:

DSFinV-K, TSE, KassenSichV, Nichtbeanstandungsregel, zertifizierte Kassen, Belegausgabepflicht - viele Fachwörter führen zu vielen Fragen. 

Wir möchten unseren Fachpartnern und den Endkunden in dieser Rubrik einen komprimierten Überblick dieser zum Januar 2020 geltenden Vorschrift geben. 

Keine Panik - aber es ist Zeit, zu handeln.

Das Bundeskabinett hat im Dezember 2016 mit dem Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Basisaufzeichnungen den Grundstein für weitreichende Änderungen am Kassenplatz gelegt.

Ziel dieses Gesetzes ist es, nicht nur die manipulationssichere Erfassung und Speicherung aller Vorgänge zu gewährleisten, sondern den Finanzbehörden auch mehr Möglichkeiten zu geben, unangemeldete Kontrollen vor Ort durchzuführen (Kassennachschau).

Wir bitten um Verständnis, dass wir hierzu keinerlei Rechts- oder Steuerberatung durchführen können und wollen.

Dennoch möchten wir Ihnen die aus unserer Sicht wichtige Punkte nennen, welche mit den aktuellen Erläuterungen (AEAO zu §146a - Ordnungs-vorschriften für Buchführung und Aufzeichnungen mittels elektronischer Aufzeichnungssysteme) fixiert wurden:

Digitale Aufzeichnungssysteme (elektron. Kassen) müssen ab 01.01.2020 über eine zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) verfügen. 

Das betrifft alle Branchen in Handel und Gastronomie. Sowohl große Filial-unternehmen als auch der kleine Marktbeschicker oder der Eiswagen sind verpflichtet, ihre Kassen mit einer zertifizierten TSE auszurüsten, die alle Daten und Vorgänge manipulationssicher verschlüsselt. Bei zu beantragenden Härtefällen sieht der Gesetzgeber Sonderregelungen vor, die bislang aber noch nicht festgelegt sind.

Bei der TSE handelt es sich entweder um ein Stück Hardware, das in der Kasse verbaut oder typischerweise am USB-Anschluss der Kasse aufgesteckt wird (wie ein USB-Speicherstick). Aktuell sind die TSE-Hersteller Swissbit, Cryptovision und Epson in der Zertifizierungsphase bekannt. Alternativ sind auch Cloudlösungen (Fiskaly, Deutsche Fiskal) angedacht, bei denen die Kasse online alle Vorgänge an einen Anbieter im Internet sendet, der die Daten dann manipulationssicher verschlüsselt. Hierfür ist zwar eine ständige Internetverbindung nötig, zeitliche Ausfälle dieser Verbindnung sind aber nicht grundsätzlich problematisch.

Variabler sind Middlewareanbieter wie EFSTA und Fiskaltrust, die zwar keine eigene TSE anbieten, wohl aber über eine Schnittstelle die Nutzung vieler Fiskallösungen - auch in anderen Ländern - ermöglichen.

Ab 01.01.2020  ist der Betrieb einer Kasse ohne TSE nicht mehr zulässig und kann vom Finanzamt verworfen werden und zu einer Steuerschätzung führen. Aufgrund des enormen Nachrüstbedarfs in Deutschland ist die Nichtbeanstandungsregel bis September 2020 veröffentlicht worden. Diese ändert aber nichts an der Gültigkeit des Gesetzes zum 01.01.2020.

Wichtig: Es gibt keine Kassenpflicht in Deutschland! Doch Achtung - wer hier eine Gesetzeslücke sieht, wird schnell entäuscht. Denn die Belegaufzeichnungs-pflicht besteht weiterhin - alle Belege müssen dann manipulationssicher von Hand erfasst werden. Da erkennt man schnell den Wert eines Kassensystems.

Hinweis: Die Kassensysteme selbst - also Hardware bzw. Software - müssen NICHT zertifiziert werden! Nur die TSE unterliegt der Zertifizierung und der Softwarehersteller muss die TSE in seine Lösung integriert haben! 

Sie sind somit bei der Wahl neuer Kassenhardware frei und können auch jetzt schon aktuelle PC-basierende Systeme einkaufen. Bei proprietären Kassen-systemen und Lösungen auf Android und iOS ist die Nutzung einer TSE ebenfalls vorgeschrieben, befragen Sie hierzu den Anbieter nach seiner Vorgehensweise.

Ab 01.01.2020 besteht eine Bon-/Belegpflicht!

Neben der TSE ist ab 1/2020 auch die Ausgabe eines Beleges Pflicht - die Nichtbeanstandungsregel greift hier explizit nicht! 
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern muss der Kunde den Beleg zwar nicht annehmen, er muss ihm aber direkt nach dem Kauf vom Kassierer zur Verfügung gestellt werden. 

Die Bonausgabepflicht ist prinzipiell nicht auf Papierform festgelegt, aktuelle Datenschutzvorgaben erschweren aber derzeit elektronische Lösungen (z.B. per Email als PDF). Wir erwarten auch hier zeitnah Lösungen, die den zu erwartenden Berg an ausgedruckten Bons eindämmen werden.

Trotzdem gilt: Ab Januar 2020 müssen Bons/Belege erstellt werden! Steigende Preise durch erhöhte Nachfrage sollten kluge Einkäufer dazu bewegen, sich deutlich vor der Umstellung mit Bondrucker und Bonrollen zu versorgen.

Bitte nicht vergessen: Ab 01.01.2020 ist es ebenfalls untersagt, BPA(Bisphenol A)-haltige Bonrollen zu nutzen! Dies betrifft auch Lagerware, sie darf nicht mehr als Beleg ausgegeben werden! Kontaktieren Sie daher frühzeitig Ihren Papierlieferante, denn auch hier ist zum Jahresanfang 2020 mit Preiserhöhungen und Lieferschwierigkeiten zu rechnen.

Die Kassennachschau - wenn das Finanzamt unvermittelt vor der Tür steht.

Mit dem Gesetz zum Schutz vor Manipulationen wurde den Finanzbehörden auch die sog. Kassennachschau zugesprochen.

Dies bedeutet, dass ein Finanzbeamter zu jeder Geschäftszeit vor Ort an der Kasse die Kassendaten im für ihn verarbeitbaren Format abrufen kann - und er benötigt hierzu keinen Anfangsverdacht!

Dabei wird die Funktionsfähigkeit der TSE anhand des Belegs und die manipulationssichere Verarbeitung der Kassendaten anhand  eines vordefinierten Datenauszugs kontrolliert.

Wichtig: Jeder an der Kasse arbeitende Mitarbeiter muss in der Lage sein, dem Finanzbeamten die gewünschte Datei für den geforderten Zeitraum sofort zur Verfügung zu stellen! Hier ist die korrekte Verfahrensdokumentation hilfreich!

Ebenfalls muss die Kassensoftware die Daten gemäß der Vorgabe DSFinV-K zur Verfügung stellen - auch ohne TSE!

Diese Vorgabe soll nach aktuellem Stand nicht Bestandteil der Nichtbeanstdungsregel sein. Bedeutet: Sie ist definitiv für alle ab 01.01.2020 in Verkehr gebrachten Kassen zwingend! Softwarehäuser sollten dies nicht vergessen.

Sanktion: Erfüllt die Kasse nicht die neuen Anforderungen, kann die Buchhaltung verworfen, ein Bußgeld bis zu 25.000 Euro verhängt und die Steuerhöhe neu festgelegt werden.

Ab 2020 muss jedes genutzte Kassensystem beim Finanzamt angemeldet werden.

Dies muss nach dem BMF Schfreiben vom November 2019 jedoch erst später erfolgen: "Von der Mitteilung nach § 146a Absatz 4 AO ist bis zum Einsatz einer elektronischen Übermittlungsmöglichkeit abzusehen. Der Zeitpunkt des Einsatzes der elektronischen Übermittlungsmöglichkeit wird im Bundessteuerblatt Teil I gesondert bekannt gegeben." 

 

Nicht nur der technisch einwandfreie Aufbau der Kasse ist wichtig, jede eingesetzte Kasse (auch Saisonsysteme) muss dann offiziell dem Finanzamt gemeldet werden. Neben der Seriennummer der Kasse und der TSE sind weitere Angaben wie Aufstellort, Steuernummer etc. gefordert. Änderungen müssen ebenfalls gemeldet werden (Aufstellort,Mandant...)

Die Anmeldung der Kassen soll online wie auch per Formular durchführbar sein - bitte kontaktieren Sie zu diesem Thema die Steuerbehörden oder Ihren Steuerberater. Aktuell scheint zum Jahresstart nur die schrifltiche Anmeldung per offiziellem Formular als realistisch. Lösungsanbieter zur TSE wie Fiskaly, EFSTA und Fiskaltrust bieten dies als Service an, was vor allem im Filialbetrieb viel Zeit einsparen kann.

Erste Hersteller / Anbieter einer TSE-Lösung sind uns nun bekannt. Da eine endgültige Zertifizierung von keinem Hersteller vor Frühjahr 2020 erwartet wird, hat des BMi eine vorläufige Zertifizierung einiger Anbieter in Aussicht gestellt. Mit diesen Lösungen - eine Anpassung und die Umsetzung der DSFinV-K vorausgesetzt - können Softwareanbieter nun doch erste Auslieferungen zum Ende des Jahres 2019 zumindest als möglich einstufen. Wir beraten Sie gern!

 

Wir halten Sie auf dieser Seite über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden!

Wichtige Begriffe zum Thema erläutern wir Ihnen hier

Unseren Fachhändlern und Softwarepartnern steht unser GOBD-Team unter der Leitung von Herrn Bernhard Raschik (braschik@quad.de) für weitere Informationen ebenfalls zur Verfügung. 

Endnutzer sollten sich umgehend mit Ihrem Kassenlieferanten / Steuerberater in Verbindung setzen. Gerne nennen wir Ihnen Ansprechpartner in Ihrer Nähe.
Hier können Sie anfragen!

Den Fachpartnern empfehlen wir zusätzlich den Bundesfachverband DFKA zu kontaktieren und durch eine Mitgliedschaft aktiv zu unterstützen. So sind Sie immer nah am Geschehen in Berlin und werden mit allen Details schnellst-möglich versorgt.

Der Link zum Verband befindet sich im unteren Teil dieser Webseite.

 

QUAD GmbH

Distribution und Consulting

 

Kommentar von Karsten Hinners, Leitung Vertrieb der QUAD GmbH zum 27.09.2019
Dieser Text spiegelt die persönliche Meinung und Erfahrung des Autors wider und erhebt keinen Anspruch auf rechtsgültige oder steuerberatende Inhalte und Zusagen.


Kasse 2020 - die Fiskalisierung in Deutschland zum 01.01.2020

Sie möchten beim Kauf einer neuen Kasse sicher sein, daß sie auch die neuen Vorgaben in Deutschland zum 01.01.2020 erfüllt? Verständlich!

 

Seien Sie sicher  - hier ist unser Statement zum September 2019:

Unsere aktuell im Vertrieb befindlichen PC-basierten Kassensysteme von TOSHIBA und Posiflex bieten alle Voraussetzungen zum Betrieb der ab Anfang 2020 vorgeschriebenen TSE (Technischen Sicherheitseinrichtung).

Sowohl offline-Lösungen (Swissbit und Cryptovision) mit USB-Dongle als auch Cloudlösungen wie z.B. Fiskaly oder deutsche Fiskal können technisch von der Kassenhardware angesprochen werden. 

Welche zertifizierte TSE zum Einsatz kommt, entscheidet jedoch allein der Anbieter Ihrer Kassenlösung. 

Mit unseren aktuellen Kassensystemen sind Sie hierzu technisch bestens aufgestellt.

 

Eine Zertifizierung der Kassenhardware ist NICHT gefordert, nur die TSE muss offiziell vom BSi zertifiziert sein.

Die Kassenlösung muss die Daten gemäß der DSFinV-K speichern und dem Finanzbeamten zur Verfügung stellen können.

Es ist also klug, sich jetzt mit professioneller Hardware auszustatten und anschließend gelassen die Erweiterung mit einer zugelassenen TSE durchzuführen.

Tipp: Falls Sie die neuen Fiskalvorgaben nicht gleich zum Wechsel der Kassensoftware veranlasst hat, sollten Sie bei Ihrer aktuellen Kassenlösung unbedingt die aktuellste Version installieren!

Dies vereinfacht das Update zur 2020-Version und beugt Problemen vor!

 

Kontaktieren Sie hierzu Ihren Lieferanten der Kassenlösung. Er ist der Profi in Sachen Kasse.