Nichtbeanstandungsregel

Nichtbeanstandungsregel

Das Ge­setz zum Schutz vor Ma­ni­pu­la­tio­nen an di­gi­ta­len Grund­auf­zeich­nun­gen tritt am 01.01.2020 in Kraft.

Ab diesem Zeitpunkt ist es untersagt, nicht konforme Kassen in den Verkehr zu bringen. 

Ebenfalls ist der Betrieb von nicht konformen Kassen untersagt und führt zur Aberkennung der Buchhaltung.

Das Gesetz fordert u.a. die Konformität zu diesen Anforderungen:

  1. die Ausgabe eines Beleges für jeden Verkaufsvorgang 
  2. die Meldung aller Kasse bei den Finanzbehörden
  3. die Erfassung und Zurverfügungstellung von Kassendaten gemäß der DSFinV-K zu jedem Zeitpunkt
  4. die Verschlüsselung der Daten mittels einer zertifizieren Sicherheitseinrichtung - kurz TSE

Die Zertifzierung der TSE (Punki 4) ist sehr aufwendig und nach aktuellem Ermessen in 2019 final bei keinem Hersteller zu schaffen. Vorläufige Zertifzierungen sollen helfen, aber trotzdem ist ein komplettes Rollout bis zum 01.01.2020 bei der hohen Anzahl von Kassen (über 2 Mio) schlicht unmöglich.

Aus diesem Grund hat das Bundesfinanzministerium eine Nichtbeanstandungsregel in Aussicht gestellt, die im Oktober 2019 mittels eines Erlasses veröffentlicht werden soll. 

Bislang nur Spekulation, aber diese Regel soll festlegen, daß Kassen ohne TSE bis zum Herbst 2020 nicht beanstandet werden, sofern sich der Nutzer um eine TSE nachweislich bemüht hat.

Das Gesetz hat also weiterhin Bestand und wird nicht verschoben, lediglich das Fehlen der TSE wird eventuell nicht beanstandet.  

Das bedeutet im Umkehrschluss:

Die Punkte 1-3 müssen also trotzdem am 01.01.2020 umgesetzt sein - unabhängig von der Verfügbarkeit einer TSE!

Softwarehäuser sollten also unbedingt die Anpassung an die DSFinV-K bis zum 31.12.2019 fertigstellen und Wiederverkäufer die entsprechende Ausstattung der Kunden mit Bondruckern vorantreiben!

Endkunden sollten Lieferanten auf die Umsetzung der DSFinV-K ansprechen und die eigene Kassenumgebung hinsichtlich der Vorgaben anpassen. 

Dazu zählen nicht nur eine ausreichende Anzahl von Belegausgaben (Druckern), sondern auch die Schulung der Mitarbeiter! Denn die müssen in der Lage sein, vor Ort im Geschäft bei einer Kassennachschau dem Finanzbeamten die gewünschten Daten im geforderten Foirmat zu übergeben - und zwar sofort. 

Können Ihre Mitarbeiter das? 

Es gibt also viel zu tun. Abzuwarten ist keine Option.

 

 

 

 

 

 


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